Beschwerden bei Diabetes: Folgeschäden


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Im Laufe der Jahre kommt es bei den meisten Diabetikern zu Folgeschäden durch den immer wieder zu hohen Blutzuckerspiegel aber auch durch den erniedrigten Blutzuckerspiegel, der immer wieder vorkommen kann.

Nur wenn man seinen Blutzuckerspiegel sehr gut im Griff hat und sich sehr genau an die Behandlungsregeln seines Diabetes hält, kann man die Folgeschäden weitgehend vermeiden.

Folgende Schäden sind typisch:

  • Durchblutungsstörungen der grossen Blutgefässe (Makroangiopathie)
    • Angina Pectoris
    • Herzinfarkt
    • Schlaganfall
    • Schaufensterkrankheit
  • Durchblutungsstörungen der kleinen Blutgefässe (Mikroangiopathie)
  • Nervenstörungen (Neuropathie)
  • Diabetischer Fuss
  • Netzhautschädigungen (Retinopathie)
  • Nierenschädigungen (Nephropathie)
  • Fettleber
Ausserdem verstärken sich die längerfristigen Symptome, die auch schon zu Beginn der Diabetes-Erkrankung auftreten, wie schlecht heilende Wunden, Furunkel-Neigung, usw.

Siehe:

Durchblutungsstörungen der grossen Blutgefässe (Makroangiopathie)

Die Wände der Blutgefässe werden versteift und es bilden sich Ablagerungen, es kommt also zu Erscheinungen der Arteriosklerose.

Infolgedessen werden die Organe schlechter mit Blut versorgt. Es kommt zu den typischen Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Etwa 70% aller Diabetiker sterben an den Folgen von Herz-Kreislauferkrankungen.

Angina Pectoris

Bei Angina Pectoris werden die Arterien, die den Herzmuskel versorgen, die sogenannten Herzkranzgefässe nicht mehr ausreichend versorgt.

Es kommt zu starken Schmerzen im Bereich der Brust, des Bauchs, der Schultern oder des linken Armes.

Diese Schmerzen treten meist plötzlich auf, oft bei körperlicher Anstrengung.

Die Durchblutungsstörung bei Angina Pectoris ist vorübergehend und lässt nach einer Weile wieder nach, wiederholt sich aber immer wieder.

Herzinfarkt

Beim Herzinfarkt wird eine Arterie der Herzkranzgefässe so schlecht durchblutet, dass ein Teil des Herz-Muskelgewebes abstirbt.

Unbehandelt führt ein Herzinfarkt häufig zum Tod.

Dank der modernen Notfallmedizin können viele Herzinfarktpatienten den Infarkt zwar überleben, aber wenn sie ihr Leben nicht drastisch umstellen, besteht die grosse Gefahr, dass sie mehrere Herzinfarkte bekommen und schliesslich in deren Folge sterben.

Diabetes-Patienten müssen ihr Leben noch strenger umstellen als Herzinfarktpatienten ohne Diabetes.

Schlaganfall

Für den Schlaganfall gilt fast das Gleiche wie beim Herzinfarkt, mit dem Unterschied, dass es beim Schlaganfall Gewebe des Gehirns ist, das durch Mangeldurchblutung abstirbt.

In vielen Fällen kommt es zur halbseitigen Lähmung und zum Verlust der Sprache.

Manchmal werden diese Folgen durch fleissiges Training wieder überwunden, oft bleiben sie aber auch dauerhaft bestehen.

Schaufensterkrankheit

Auch die sogenannte Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) tritt häufig als Folge der Durchblutungsstörungen auf.

Hierbei werden die Blutgefässe der Beine schlechter versorgt.

Bei Beanspruchung der Beine, beispielsweise durch Gehen, werden die Muskeln nicht ausreichend versorgt und schmerzen.

Um den Schmerz zu lindern bleibt der Betroffene eine Weile stehen, bis der Schmerz nachgelassen hat. Dann geht er wieder ein Stück, bis die Beine wieder stark schmerzen.

In den Innenstädten kann man diese Gehpausen dadurch tarnen, dass man so tut, als würde man sich Schaufenster anschauen. Das hat der Krankheit den Namen Schaufensterkrankheit eingebracht.

Durchblutungsstörungen der kleinen Blutgefässe (Mikroangiopathie)

Ausser den grossen Blutgefässen werden bei Diabetes auch die kleinen Blutgefässe schlecht durchblutet und neigen zur Verstopfung.

Das hat eine ganze Reihe von fatalen Folgen.

Wie schon bei den Anfangsymptomen beschrieben, heilen Wunden schlechter ab und die Haut neigt zum Wundsein.

Aber auch andere Gewebe leiden unter der schlechten Durchblutung.

Nervenstörungen (Neuropathie)

Lange und feine Nervenfasern werden durch als Folge von Diabetes zerstört.

Dadurch kommt es zu Empfindungsstörungen vor allem im körperfernen Bereich, also in den Füssen, Fingern usw.

Echte Schmerzen werden weniger stark wahrgenommen, aber stattdessen nimmt man vieles wahr, was gar nicht vorhanden ist.

Das ist auch die Ursache für Missempfindungen wie Ameisenlaufen und Kribbeln.

Diabetischer Fuss

Der diabetische Fuss ist eine besonders verbreitete und qualvolle Folge der Durchblutungsstörung, der schlechten Wundheilung und der Nervenstörungen.

Die schlechte Durchblutung sorgt dafür, dass die Füsse vermehrt zu Wunden neigen.

Durch die schlechte Wundheilung heilen die Wunden nur noch langsam ab.

Obendrein führen die Nervenschädigungen dazu, dass man die Wunden kaum noch spürt und sich darum auch nur unzureichend um sie kümmert.

Im Laufe der Zeit wird der Zustand der Füsse immer schlechter.

Häufig kommt es zum Absterben des Gewebes (Nekrose), was man daran sehen kann, dass ein Teil des Fusses schwarz wird.

In diesen Fällen müssen Teile des Fusses und manchmal auch der ganze Fuss amputiert werden.

Netzhautschädigungen (Retinopathie)

Durch die schlechte Durchblutung wird die Netzhaut des Auges geschädigt.

Es kommt zur Narbenbildung und infolgedessen zu Sehstörungen.

In schlimmen Fällen kann man daran erblinden.

Nach fünfzehn Jahren Krankheitsdauer erkranken über 80% der Diabetiker vom Typ I und gut ein Viertel der Diabetiker vom Typ II an Netzhautschädigungen.

Nierenschädigungen (Nephropathie)

Die Niere wird von sehr vielen feinen Blutgefässen durchzogen, damit die Niere der Filterung des Blutes nachkommen kann.

Bei Schädigung der kleinen Blutgefässe kommt es zu dauerhaften Schädigungen der Niere.

Dies führt unter anderem zu Bluthochdruck, der die Niere seinerseits schädigt.

Viele Diabeteskranke, die sich nicht ausreichend um die Behandlung ihrer Krankheit kümmern, müssen im späteren Krankheitsstadium zur Dialyse gehen, weil die Nieren zu sehr geschädigt sind, um das Blut ausreichend filtern zu können.

Manche Diabetiker sterben sogar am Nierenversagen.

Fettleber

Durch den vermehrten Abbau von Körperfett werden in der Leber aus den Fettbestandteilen viele Triglyceride (einfach Fettarten) gebildet.

Das führt nach und nach zur Verfettung der Leber.

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